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Der Staffelsee

Ein in eiszeitliche Gletscherablagerungen, eingesenkter Erosionssee, der seinen hauptsächlichen Zufluß
durch die Ach bekommt und von dieser auch seine moor- und mineralhaltigen Stoffe, seine eigenartige Färbung
und die milde Heilkraft seiner Bäder erhält, verdankt seine hervorragende, landschaftliche Lage nicht
zuletzt den sieben Inseln, die ihm einen wahrhaft idyllischen Charakter verleihen.
Von ihnen soll der Staffelsee (Staphinsee, auch Staphensee) angeblich seinen Namen haben,
der auf Inselsee zurückzuführen ist. Auch seine Untiefen, sogenannte Stufen geben ihn diesen Namen.
Die tiefste Stelle des See ist 38 m, seine Fläche ist 7 qm und die Uferlänge beträgt 18 290 m.
Der See selbst ist in 3 Teile aufgeteilt und zwar:
(Bild vom Staffelsee)

Der Stegsee
heißt der Teil des Sees vom Küchle bis ausschlieslich Geratsried mit den Inseln Wörth und St. Jakob.

Der Obersee
heißt der Teil des Sees von Geratsried bis ausschließlich Schafteck und um die Inseln große und kleine Birke.

Der Untersee
heißt der Teil des Sees vom Scharfeck - Küchle und den Inseln Buchau, Graden-Eiland und Mühlwörth.


So wie der Landwirt auf Feld und Wiesen, sowie Wald aller Fluren einen Namen tragen,
so haben auch die Fischer vom See überall seinen Namen, welche zusammen mit den dazugehörenden Fischerei-Rechten
im Grundbuch-Amt "verankert" sind. Sie gehören fast alle zu Seehausen.

Derzeitig gibt es 8 Sögenfischer und 2 Lehenfischer.
D.h.: Sögenfischerei = Berechtigung mit dem großen Zugnetz zu fischen.
heute unterscheidet sich das in Netzzahlen:
9 Netze = Sögenfischerei
6 Netze = Lehenfischerei

Bis zum Jahr 1803 gehörte der Großteil dieser Fischereirechte zum Kloster Ettal. Das Seegericht der Etaller,
gab es in Seehausen, sogar mit einem Gefängnis. Leider wurde dieses Historische Haus im Jahre 1901 abgebrochen.
Bei der 650 Jahrfeier hat das Kloster Ettal diese 14 Gemeinden zu einem Festaben nach dort eingeladen.
So beteiligte sich auch Seehausen mit dem Festwagen, wie es in den Sommermonaten an der Klosterpfprte seine Fische
abliefern mußte. Fürwahr eine echt mühsame Tagesreise, damals alles zu Fuß.

Wohl mit zu der Geschichte des See´s gehört der größte Fisch:
Ein Hecht von 38 Pfund wurde im Frühjahr 1966 von Fischer Michael Will aus seiner Reuße,
sogenannter "Bär" herausbefördert.

Der Feinste Fisch des See´s ist der Zander. Außer aalen, Karpfen, Schleien, Brachsen,
Renken gibt es auch noch vereinzelte Forellen. Sie werden mit Netzen vom Aufgang des See´s,
d.h. eisfrei bis "Georgi" 24.4. gefangen. Aale fängt man mit Spezialreußen und Legangel.
Renken werden in den Monaten Juni-Juli-August und Mitte September in Spezialnetzen gefangen.

Die Freunde des Angelsports können sich gegen Gebühr in Seehausen einen Angelererlaubnisschein holen.
Es gibt dabei jahres-, Monats- und Wochenkarten, wenn man im Besitz des staatlichen Erlaubnisscheines ist.
Wie überall ist das Glück und das Pech dicht neben einander.

Alljährlich am 16.Mai halten die Fischer vom Staffelsee, den altherkömmlichen Jahrtag.
Bis vor einigen Jahren ging man in einer Bittprozession zum See und zur Kapelle des heiligen Johann Nepomuk,
dem Patron der Pilger, soei der Fischer und Bootsbauer. Nach dieser kurzen Andacht kehrte man wieder zur
Pfarrkirche zurück. Die letzten Jahre hielt man immer mitten im See , auf der Insel Wörth, diesen
Bitt- und auch Dankesgottesdienst ab.
So wie die eine Prozession altherkömmlich ist, so ist die zweite im Jahr, bekannter. Es ist unsere
Frohnleichnamsprozession. Vom Pfarrherrn Wieser kam diese Idee zum erstenmal im jahre 1935 zur Insel Wörth,
dem einstigen Pfarrsitz überzusetzen. Die zweite, war dann später 1949. Nur schlechtes Wetter oder stürmischer
Wind brachten eine Unterbrechung seither. Derzeitig werden 2 Evangelien zu Land und 2 zu Wasser gehalten.
Der eigentliche Sinn ist die Verbundenheit zu unserer ehemaligen pfarrkirche auf der Insel Wörth, die Bonifatius,
so berichtet die Chronik von Benediktbeuern, im Herbst 742 dem hl. Erzengel Michael weihte, in welcher bis zum
Dezember 1773 die Gottesdienste gehalten wurden. Auch Pfarrhaus und Mesmerhaus standen in unmittelbarer Nähe der
Kirche. Wie überall, so hatte auch diese Licht und Schattenseiten, wenn das Gotteshaus nicht beim Dorfe ist,
denn immer gab es ja auch Wetter, das einem weniger zusagte, über den See zu kommen. So wurde das Bitten und Drängen
immer lauter unter den Pfarrkindern, die Kirche zum Dorf zu bringen. Doch der Abt von Ettal bleibt unerbittlich hart.

Viele Verhandlungen zwischen Ettal und dem Bischof von Augsburg wurden geführt. Erst als sich der Buchhändler und
Verleger Mathäus Rieger aus Augsburg, ein gebürtiger Seehauser, bereit erklärte, die gesamten kosten des Abbruchs und
seines Neubaues in Seehausen zu übernehemen, bekam man die Erlaubnis. Man kann sich das heute noch vorstellen, was es
Arbeit und Mühe gegeben haben muß, bis alles soweit war, bis zur Einweihung durch den Bischof von Augsburg im Juli 1782.
Einen Mann, so wie Mathäus rieger, der so viel für seine Heimatgemeinde stiften konnte, - ein schönes Gotteshaus,
einen Pfarrhof und ein Schulhaus - gab es seither nicht wieder.